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Standort: Zürich, Switzerland

20.5.09

Auszug aus dem Buch "Johannes" von Heinz Körner

"Bitte höre, was ich nicht sage!"
Lass Dich nicht von mir narren. Lass dich nicht durch das Gesicht täuschen, das ich mache, denn ich trage Masken,
Masken, die ich fürchte abzulegen und, keine davon
bin ich! So und als ob ist eine Kunst, die mir zur zweiten Natur wurde,
aber, lass Dich dadurch nicht täuschen!
Ich mache den Eindruck, als sei ich umgänglich, als sei alles heiter
in mir, und so als brauchte ich niemanden.
Aber, glaub mir nicht!

Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist meine Maske. Darunter
bin ich wie ich wirklich bin: verwirrt, in Furcht und allein. Aber ich verberge das, ich möchte nicht, dass
es irgendjemand merkt. Beim bloßen Gedanken an meine Schwächen bekomme ich Panik
und fürchte mich davor, mich anderen überhaupt auszusetzen.. Gerade deshalb
erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich
verbergen kann: eine lässige, kluge Fassade, die mir hilft, etwas
vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich erkennen
würde - Dabei wäre gerade dieser Blick meine Rettung. Und ich weiß es.
Wenn es jemand wäre, der mich annimmt und liebt.. Das ist das Einzige, das mir die
Sicherheit geben würde, die ich mir selbst noch nicht geben kann: dass ich wirklich etwas wert
bin.
Aber das sage ich Dir nicht. Ich wage es nicht. Ich habe Angst
davor.

Ich habe Angst,

dass Dein Blick nicht von Wärme und Liebe begleitet wird.
Ich fürchte, Du wirst gering von mir denken und über mich
lachen. Und Dein Lachen würde mich umbringen.

Ich habe Angst,

dass ich
tief drinnen in mir nichts bin, nichts wert, und dass Du das siehst und
mich abweisen wirst. So spiele ich mein Spiel ,mein verzweifeltes Spiel: eine
sichere Fassade außen und ein zitterndes Kind innen. Ich rede daher in
gängigem Ton oberflächlichen Geschwätzes. Ich erzähle Dir alles, was wirklich
nichts ist, und nichts von alledem, was wirklich ist, was in mir schreit.
Deshalb lasse Dich bitte nicht täuschen von dem, was ich aus Gewohnheit rede.
Bitte höre sorgfältig hin und versuche zu hören, was ich nicht sage, was
ich gerne sagen möchte, was ich aber nicht sagen kann. Ich verabscheue dieses Versteckspiel,
das ich da aufführe. Es ist oberflächliches, unechtes Spiel. Ich möchte wirklich echt,
und spontan sein können, einfach ich selbst.

Aber Du musst mir helfen...

Du musst Deine Hand ausstrecken, selbst wenn es das Letzte zu sein
scheint, was ich mir wünsche. Jedes Mal, wenn Du freundlich und gut bist und mir
Mut machst, jedes Mal, wenn Du zu verstehen suchst, weil Du Dich
wirklich um mich sorgst, bekommt mein Herz Flügel - sehr kleine Flügel, sehr
brüchige Schwingen, aber Flügel! Dein Gespür und die Kraft deines
Verstehens geben mir Leben Ich möchte dass
Du das weißt.
Ich möchte, dass Du weißt, wie wichtig Du für mich bist, wie
sehr Du aus mir den Menschen machen kannst, der ich wirklich bin -
wenn Du es willst. Du allein kannst die Wand niederzureißen, hinter der ich
zittere .Du allein kannst mir die Maske
abnehmen. Du allein kannst mich aus meiner
Schattenwelt, aus meiner Angst und Unsicherheit befreien.

Übersieh mich nicht!

Es wird nicht leicht für Dich sein, denn die lang andauernde Überzeugung,
wertlos zu sein, schafft dicke Mauern. Je näher du mir kommst, desto blinder schlage ich zurück. Ich wehre mich
gegen das, wonach ich schreie. Aber, man hat mir gesagt, dass Liebe stärker
sei, als jeder Schutzwall, und darauf hoffe ich.

Wer ich bin, willst Du wissen???
Ich bin jemand, den du sehr gut kennst und der dir oft begegnet.

"geklaut" von www.ruths-welt.de

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

grrrrrr dia Sita hanidr doch mol gschickt... Der "Uszug" hett mer au sehr guat gfalla ;)

30 September, 2009 21:45  

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